Das Zahnimplantate-Diskussions-Forum

Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm

Verfasst am: 18. 01. 2011, 23:13
Schmidt
Fresh Boarder
Themenersteller
Dabei seit: 07.12.2009
Beiträge: 5
Hallo und guten Abend zusammen,

bei mir soll demnächst ein Knochenaufbau für eine Freiendsituation im OK links durchgeführt werden, d.h. Sinuslift mit Knochenaufbau und soweit ich verstanden habe auch etwas Knochenaufbau in die andere Richtung, da der Kiefer sich deutlich abgebaut hat. Nach der Einheilzeit sind dann 2 Implantate einzusetzen.

In einer Klinik soll die Knochenentnahme vom Beckenkamm erfolgen, die andere Klinik entnimmt den Knochen als Block aus dem UK.

Gibt es aus Expertensicht eine vorzuziehende Variante oder sind beide Möglichkeiten gleichwertig hinsichtlich Einheilzeit, Resorptionsverhalten, Risiken usw?
[img]http://www.implantate.com/images/fbfiles/images/DVT2klein.jpg[/img]

Ich habe von der DVT-Aufnahme mal zwei Bildschirmkopien angehangen.
 
Verfasst am: 19. 01. 2011, 08:06
dr.kaizwanzig
Premium Boarder
Zahnarzt und Fachzahnarzt für Oralchirurgie
Dabei seit: 26.04.2008
Beiträge: 384
Guten Tag,
sollte es wirklich nur um einen Knochenaufbau für die beiden Implantate im Oberkiefer gehen, dann kann man ausreichend Knochenmaterial aus der Mundregion gewinnen, um diesen durchzuführen. Eine Beckenkammentnahme stellt ein erhebliches Risiko dar, zudem unterliegt Hüftknochen großen Resoptionen; da ist Knochen aus der Kieferwinkelregion sehr viel vorhersagbarer und stabiler.
Ich wünsche Ihnen für Ihre zahnmedizinische Zukunft alles Gute.
Mit besten Grüßen
Dr. Kai Zwanzig
Spezialist Implantologie

Zahnarzt und Fachzahnarzt für Oralchirurgie
Spezialist Implantologie
 
Verfasst am: 19. 01. 2011, 09:46
Schmidt
Fresh Boarder
Themenersteller
Dabei seit: 07.12.2009
Beiträge: 5
Guten Morgen,
vielen Dank, Herr Zwanzig, für die interessante Antwort.

-Was ist unter großen Resorptionen seitens des Beckenkammknochens zu verstehen: hat der Beckenkammknochen als solcher bereits Stoffe aufgenommen, die für den Knochenaufbau dann nachteilig sein könnten?

-Verstehen Sie unter "erheblichem Risiko" das OP-Risiko ansich? (Das diese Methode für den Patienten eher unangenehm ist, wurde mir im Gespräch wohl mitgeteilt)

-In dem Gespräch in der zweiten Klinik (Knochenentnahme aus UK) wurde ich auf das (Klinik: "sehr geringes"icon_wink.gif Risiko hingewiesen, dass ein im UK verlaufender Gesichtnerv getroffen werden könnte, was in ungünstigen Fällen zu zeitweiligen Taubheit unterhalb Wange / am Kinn kommen kann, schlimmstenfalls bleibend. Wie schätzen Sie das Risiko ein? Kann man den Nerv nicht in der DVT-Aufnahme sichtbar machen?

Von der Option, Knochen aus dem UK-Bereich zu entnehmen, habe ich übrigens eher zufällig durch das Beratungsgespräch in der zweiten Klinik erfahren.

-Vielen Dank für Ihre Antwort-
 
Verfasst am: 08. 02. 2011, 20:34
Gast
Gast
Dabei seit: 09.07.2013
Beiträge: 0
Hat die Klinik sich zum Thema allogenen Knochens bzw. xenogener/alloplastischer Materialien geäussert?
Warum muss es unbedingt autologer Knochen sein, was spricht gegen ein Allograft?
 
Verfasst am: 09. 02. 2011, 23:15
fragenfueralle
Gast
Dabei seit: 09.07.2013
Beiträge: 0
Das Thema fremdgespendeten Knochenmaterials wurde seitens der ersten Klinik nicht angesprochen.

Künstliches Knochenmaterial wurde mit der Begründung abgelehnt, dass ein notwendiger Knochenaufbau in Richtung Mundhöhle (mir fällt gerade keine bessere Beschreibung ein) nicht möglich sei. In diesem Punkt bin ich mir aber nicht mehr sicher, es richtig verstanden zu haben.

Zwischenzeitlich habe ich mich ein weiteres Mal beraten lassen von einem ortsansässigen MKG, der wie auch die zweite Klinik (und auch Dr. 20) das Knochenmaterial aus dem UK gewinnen will, da der OK-Knochen auch zu schmal sei.

Voraussichtlich werde ich mich für diese Variante entscheiden, da ich mich einem zusätzlichen Infektionsrisiko durch eine Beckenkammentnahme nicht aussetzen möchte (persönliche Einschätzung).
 
Verfasst am: 09. 02. 2011, 23:21
Schmidt
Fresh Boarder
Themenersteller
Dabei seit: 07.12.2009
Beiträge: 5
Das Thema fremdgespendeten Knochenmaterials wurde seitens der ersten Klinik nicht angesprochen.

Künstliches Knochenmaterial wurde mit der Begründung abgelehnt, dass ein notwendiger Knochenaufbau in Richtung Mundhöhle (mir fällt gerade keine bessere Beschreibung ein) nicht möglich sei. In diesem Punkt bin ich mir aber nicht mehr sicher, es richtig verstanden zu haben.

Zwischenzeitlich habe ich mich ein weiteres Mal beraten lassen von einem ortsansässigen MKG, der wie auch die zweite Klinik (und auch Dr. 20) das Knochenmaterial aus dem UK gewinnen will, da der OK-Knochen auch zu schmal sei.
 
Verfasst am: 25. 02. 2011, 19:30
Ronja
Gast
Dabei seit: 09.07.2013
Beiträge: 0
Hallo und einen guten Abend,
Ich stehe vor dem gleichen Problem und habe mich jetzt entschieden. Bei mir soll der Knochenaufbau im OK erfolgen und zwar als Knochenblock aus dem Beckenkamm. Jetzt bin ich aber doch wieder verunsichert.Ich lese hier von starken Resoptionen. Was heisst das genau.
Wer kann mir aus eigener Erfahrungen sagen, wie lange man sich nicht unter die Menschen trauen kann, wg. starken Schwellungen und Schmerzen. Muss man bis die Wunde verheilt ist und die Fäden gezogen werden können ohne Prothese herumlaufen?
Freue mich über jede Anwort
Danke im voraus
 
Verfasst am: 28. 05. 2011, 22:57
MKG
Gast
Dabei seit: 09.07.2013
Beiträge: 0
beckenkamm ist eine mögliche option für ausgewählte fälle.
Es wird unter uns mkg-chirurgen genau abgewogen, wo welcher knochen die richtige option darstellt.

Das natürlich zahnärzte und weitergebildete zahnärzte (=oralchirurgen)
diese optionen verwerfen, ist klar, sie können in diesem bereich nicht operieren. Das ist nicht schlimm, zumal der unterkiefer meist ausreichend knochen bieten kann. Nur die option beckenkamm sollte eine option bleiben, für ausgewählte fälle eben...
 
Verfasst am: 28. 05. 2011, 22:57
MKG
Gast
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Beiträge: 0
beckenkamm ist eine mögliche option für ausgewählte fälle.
Es wird unter uns mkg-chirurgen genau abgewogen, wo welcher knochen die richtige option darstellt.

Das natürlich zahnärzte und weitergebildete zahnärzte (=oralchirurgen)
diese optionen verwerfen, ist klar, sie können in diesem bereich nicht operieren. Das ist nicht schlimm, zumal der unterkiefer meist ausreichend knochen bieten kann. Nur die option beckenkamm sollte eine option bleiben, für ausgewählte fälle eben...
 
Verfasst am: 29. 05. 2011, 21:48
Dr.Thilo Fechtig
Premium Boarder
geprüfter Experte der Implantologie (DGOI)
Dabei seit: 14.08.2010
Beiträge: 350
Hallo

bei Ihnen ist ein Knochenaufbau
a) im Sinus/Kieferhöhle ( =Siuslift-OP) und
b) auf dem Kieferkamm im OK links

vorgesehen. Ich empfehle:
ad a) in der Kieferhöhle ein Knochenersatzmaterial zu verwenden (z.B. Bio Oss gemischt mit eigenem Knochen oder Algipore gemischt mit eigenem Knochen) )

ad b) auf dem Kamm eigenes Knochenmaterial aus dem UK zu verwenden und eine sogenannte Knochenschale anzubringen, die dann mit eigenem Knochen gefüllt wird (=Schalentechnik nach Khoury)

Vorteil dieser Methode ist, daß sich der Knochen in der KH nicht mehr resorbiert (=Resorptionsschutz)

Sehr selten ist Beckenkamm nötig, die Resorptionsrate ist unvorhersehbar.

Gruss
Dr. Thilo Fechtig / bei Waldshut / Nähe Schaffhausen / Schweizer Grenze

 
Verfasst am: 29. 05. 2011, 22:10
Beate
Gast
Dabei seit: 09.07.2013
Beiträge: 0
Hallo,
ich habe mir Ende Feb. 11 knochenaufbau im uk machen lassen - mit eigenknochen aus dem uk. Leider habe ich dadurch einen bis dato gesunden Backenzahn verloren, da sich die Spenderstelle samt Nervenstrang (Mandibularis) ganz fürchterlich entzündet hat. Das ganze geht nun schon 3 Monate - 2 Revisionen/etliche Spülungen/Streifenwechsel/super viel Medikamente - insgesamt 7 Wochen AU dadurch - war jetzt auch noch 9 Tage stationär, weil sich der Zustand immer nur verschlimmerte und ich die Schmerzen nicht mehr ertragen konnte, denn selbst Tramal half nix mehr - Diagnose: Chron. Osteomyelitis. Bekomme jetzt Medis gegen Nervenschmerzen, die ziemlich aufs Gemüt gehen-bin aber dafür nach 3 Monaten Höllenschmerzen endlich "schmerzzufrieden" wie die Ärzte das ausdrücken. Fazit: NIEMALS WIEDER.
Für dich dennoch alles Gute - wer die Wahl hat...
L G Beate
 
Verfasst am: 16. 06. 2011, 15:58
micky
Gast
Dabei seit: 09.07.2013
Beiträge: 0
Hallo Dr. Zwanzig,

ist denn nach vielen Jahren im OK wo vier Zähne fehlen und so gut wie kein Knochen mehr ist, möglich überhaupt damit zu rechnen, daß der Beckenkamm Knochen überhaupt anwächst?


Danke für eine Antwort

M
 
Verfasst am: 21. 06. 2011, 08:55
Alpenfee_Obb
Gast
Dabei seit: 09.07.2013
Beiträge: 0
Guten Morgen,

wollte Ihnen nur schreiben, dass ich im Oktober dieselbe Behandlung hatte. Es wurde mir Knochenmaterial aus dem Unterkiefer entnommen und dieses mit einem tierischen Material vermischt. Ich hatte überhaupt keine Probleme und spürte den Eingriff im Unterkiefer überhaupt nicht. Ich hatte nur eine ziemliche Schwellung sowie einen großen Bluterguss, der nach ca. 1 1/2 Wochen wieder wegging.
Gruß
 
Verfasst am: 15. 11. 2011, 01:46
Schmidt
Fresh Boarder
Themenersteller
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Beiträge: 5
Hallo,

zwischenzeitlich hatte ich mich endgültig für die Knochenblockentnahme aus dem UK (unten links) entschieden, um einen Knochenaufbau im OK links(Freiendsituation) durchführen zu lassen.

Die beiden Eingriffe dauerten rd. 2h. Im Gegensatz zu Alpenfee_Obb empfand ich beide Eingriffe als sehr belastend und hoffe, das nicht nochmal mitmachen zu müssen. Klar, jeder Eingriff ist von Patient zu Patient inividuell. Jetzt hoffe ich, dass alles erfolgreich weiter verläuft.

Ich habe teilw. deutliches Nasenbluten mit schleimigen Anteilen (links). Hier und auch in anderen Foren/Berichten habe ich gelesen, dass dies durchaus normal sei.

Dennoch eine Frage: Um diese unangenehmen Blutanhäufungen in der Nase zu entfernen, bekomme ich das mit Austupfen der Nase nicht hin; schließlich soll ja nicht geschnäuzt werden. Aber ohne zumindest leichtes Schneuzen ist das nicht wirklich auszuhalten. Hierbei lasse ich aber beide Nasenlöcher offen, um nicht doch noch was kaputt zu machen.
Wie merke ich denn, wenn jetzt doch schon was "kaputt" gegangen ist? Reißt der Sinusboden (Perforation) und wie schnell muss man handeln? Jetzt habe ich nämlich schlechtes Gewissen!
 
 


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