Abstracts
| Erfolgreiche Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde und der Aktion zahnfreund |
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Über 530 Teilnehmer, Zahnärzte, Spezialisten für Kinderzahnheilkunde
und Prophylaxefachkräfte, waren bereits ein deutliches Signal für das
große fachliche Interesse, das der 11. Jahrestagung der Deutschen
Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK) entgegen gebracht wurde. Die
gemeinsam mit der Aktion zahnfreundlich e.V. durchgeführte Tagung fand
am 8. und 9. Oktober in Mainz statt. Dass der Kongress abschließend von
allen Beteiligten als großer Erfolg und als Meilenstein für die
interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Allgemein- und der
Zahnmedizin gewertet werden konnte, lag sowohl an der hoch aktuellen
Tagungsthematik als auch an den hervorragenden Referenten. Zu den
beiden Schwerpunktthemen „Fehlernährung im Kindesalter“ und „System-
bzw. Allgemeinerkrankungen und Mundgesundheit bei Kindern“ präsentierte
Professor Dr. Brita Willershausen (Poliklinik für Zahnerhaltung und
Parodontologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz) als
Tagungsleiterin und Gastgeberin ein wissenschaftlich hochwertiges und
umfassendes Tagungsprogramm. Es beinhaltete sowohl neueste Erkenntnisse
der Wissenschaft als auch wertvolle und informative Praktiker-Foren und
Seminare. Obwohl kaum jemand zu dick sein möchte gibt es durch falsche Ernährung immer mehr Übergewichtige, nehmen Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu. Auch die Zahngesundheit wird durch Fehlernährung massiv gefährdet. Schon Kleinkinder werden zunehmend falsch ernährt, das „Nursingbottle-Syndrom“ nimmt ebenso zu, wie die dentalen Erosionen durch säurehaltige Getränke und Alcopops bei Kindern und Jugendlichen. Anhaltend falsche Ernährung und Bewegungsmangel In den letzten Jahrzehnten hat sich gerade in den Industrienationen eine gewaltige Verschiebung der Ess- und Lebensgewohnheiten vollzogen. Im Alltag der Kinder stehen immer zucker- und fettreichere Nahrungsmittel immer weniger Bewegung gegenüber. Das Ergebnis: 20 % der Kinder und 30 % der Jugendlichen sind übergewichtig und auch kariöse Defekte nehmen in der Altersgruppe der 14- bis 16-Jährigen wieder zu. „Jüngste Erhebungen zeigen eine Karieszunahme beispielsweise in der Gruppe der Hauptschüler“, betonte DGK-Präsident Prof. Dr. Norbert Krämer (Universität Nürnberg-Erlangen) bereits in der Pressekonferenz vor der Mainzer Fachtagung. „Heute hat schon jeder zwanzigste 15/16-Jährige mit mehr als zehn defekten Zähnen ein eklatantes Kariesproblem“. Deshalb sei eine angemessene Betreuung besonders für Hauptschüler in den 6. bis 9. Jahrgangsstufen notwendig. „Die Erkrankungen in der Mundhöhle in Kombination mit komplexen Krankheitsbildern verlangen spezifisches Wissen sowohl in der Kinderheilkunde als auch in der Zahnheilkunde. Diesen Anforderungen stellen wir uns - zum Wohle unserer kleinen Patienten“, so Prof. Krämer. Auffällig ist, dass besonders Kinder aus sozial schwachem Umfeld von Zahnerkrankungen betroffen sind und gleichzeitig zu den Übergewichtigen zählen. „Es ist schwer mit den Eltern dieser Kinder in Kontakt zu kommen“, stellte Priv.-Doz. Dr. Stefan Zimmer, Vorsitzender der Aktion zahnfreundlich e.V., fest. Im Kindesalter angenommenes Verhalten werde oft ein Leben lang beibehalten, deshalb lohne es sich aus präventiver Sicht doppelt bei den Kleinsten anzusetzen. „Wenn wir die Zahn- und auch die Allgemeingesundheit weiter verbessern wollen, müssen wir unseren Patienten mehr noch als bisher eine gezielte Ernährungslenkung anbieten und ihnen Anregungen geben, wie man z. B. mit zahnfreundlichen Süßigkeiten den Zuckerkonsum reduzieren kann.“ Neue Sorgen bereiten den Zahnmedizinern vor allem die von säurehaltigen Getränken oder Alcopops verursachten dentalen Erosionen. Prof. Dr. B. Willershausen: „Damit geht unwiederbringlich Zahnhartsubstanz verloren“. Ein Verlust, der nicht nur schwer zu behandeln sei, er verursache auch hohe Restaurierungskosten, betonte die Tagungspräsidenten vor der Presse. Komplexe Behandlungsstrategien erforderlich Die Veranstalter der Tagung - DGK und Aktion zahnfreundlich - hatten sich gezielt den aktuellen Problemen und Fragestellungen wie dem Einfluss von Ernährung und Allgemeinerkrankungen auf die Mundgesundheitsentwicklung bei Kindern gestellt. Denn die Folgen von Fehlernährung manifestieren sich nicht nur in diversen und massiven Schäden für die Allgemeingesundheit, sondern führen auch im Zahnbereich zu dramatischen Zerstörungen. Die Referenten waren sich einig, dass diesen ungünstigen Entwicklungen offensiv entgegengesteuert werden müsse, und sie betonten die fundamentale Bedeutung gezielter und professioneller Prophylaxe. Kinder mit Allgemeinerkrankungen seien eine besondere Herausforderung für die (Zahn-)Medizin. Die Komplexität der Behandlungsstrategien erfordere daher - so das Fazit der Fachtagung - eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Behandlungszentren, um die Therapieerfolge weiter zu verbessern sowie die Lebensqualität und Entwicklung der Kinder optimal zu beeinflussen. Aus dem wissenschaftlichen Programm Prof. Dr. C. Barth, Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung, Potsdam, stellte erschreckende Zahlen in den Raum: Weltweit seien rund 250 Millionen Menschen an Adipositas erkrankt, in Deutschland bereits etwa 6 Millionen! Er warnte vor einer z. T. rapiden Zunahme von ernährungsbedingten Erkrankungen und wies darauf hin, dass ein höherer Anteil an vegetabilischer Nahrung das Krankheitsrisiko vermindere. „45 % der übergewichtigen Kinder und 85 % der übergewichtigen Jugendlichen werden ‚dicke' Erwachsene“, belegte Dr. Sandra Danielszik vom Institut für Humanernährung und Nahrungsmittelkunde der Kieler Christian-Albrechts-Universität in einer Studie. Die Referentin unterstrich die Bedeutung sozio-ökonomischen Faktoren für die Fehlernährung und die Entwicklung von Übergewicht und betonte die dringende Notwendigkeit präventiv orientierter Vorgehensweisen. Dipl.-Chem. Christof Krüger (Danisco Sweeteners GmbH, Hamburg) wies in seinem Vortrag „Zuckeraustauschstoffe für kalorienreduzierte und reduziert-glykämische Süßwaren“ darauf hin, dass Zuckeraustauschstoffe eine sinnvolle Ergänzung in der Nahrung darstellten, die eine Reihe ungünstiger Nebenwirkungen konventioneller Zucker reduzieren könnten. „Make healthy choices easy choises“, war eine seiner Botschaften, mit denen er das Auditorium aufforderte, den Menschen anstelle von Zucker-Verboten Alternativen wie zahnfreundliche Süßigkeiten anzubieten. Prof. Dr. Willi-Eckhard Wetzel von der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde in Gießen. berichtete über ernährungsbedingte dramatische Zahnhartsubstanz-Zerstörungen (Early-Childhood-Caries Typ 2) im frühen Kindesalter: „Die zunehmende Verbreitung „nuckelnder“ Trinkzufuhr gewinnt an Bedeutung“, so der Wissenschaftler, der die Aufmerksamkeit auch auf die Zahngesundheitsschäden bei jugendlichen und erwachsenen „dümmlich nuckelnden Modellathleten“ lenkte. Der Wissenschaftler verwies aber ebenso auf die oft eingeschränkten zahnärztlichen Therapiemöglichkeiten im frühen Kindesalter, so dass eine suffiziente Prophylaxe dringend erforderlich sei. Prof. Dr. Brita Willershausen (Mainz) stellte aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zu ernährungsbeding-ten Zahndefekten vor. Besondere Berücksichtigung fand dabei die steigende Bedeutung von Zahnhartsubstanz-Erosionen, die durch die außerordentliche Zunahme des Genusses säurehaltiger Getränke und Alcopops entstünden. Professor Willershausen konnte nachweisen, dass dadurch Elemente wie Kalzium, Phosphor, aber auch Sauerstoff aus der Zahnhartsubstanz gelöst und irreversible Schädigungen hervorgerufen werden. Priv.-Doz. Dr. Stefan Zimmer (Heinrich Heine-Universität, Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde, Düsseldorf) machte deutlich, dass die bisherigen Erfolge der Kariesprophylaxe vor allem auf gute Mundhygiene und die Anwendung von Fluorid zurückzuführen sei. „Wenn wir die Zahn- und auch die Allgemeingesundheit weiter verbessern wollen, müssen wir zukünftig weit mehr als bisher auf die Ernährungslenkung achten und den Zuckerkonsum reduzieren. Wissenschaftlich geprüfte zahnfreundliche Süßwaren eigenen sich hervorragend für Zwischenmahlzeiten.“ Wissenschaftliche Kurzvorträge Vor diesem Hintergrund gewinnen moderne kariesdiagnostische Methoden an Bedeutung, um insbesondere initialkariöse Prozesse zu erkennen und ein Kariesmonitoring durchführen zu können. Im Rahmen der wissenschaftlichen Kurzvorträge wurde daher über Anwendungsmöglichkeiten mikrobiologischer und biochemischer Chair-side-Tests, Erfassung von Speichelparametern, faseroptische Kariesdiagnostik und Aspekte der röntgenologischen Kariesdiagnostik diskutiert. System-/ Allgemeinerkrankungen und Mundgesundheit Im zweiten Teil der Tagung stellte Prof. Dr. R. Zepp (Mainz) orale und periorale Manifestationen allgemeiner Erkrankungen im Kindesalter an Hand einer Vielzahl von klinischen Fallbeispielen vor und erörterte die zuge-hörigen klinisch-diagnostischen Möglichkeiten, die in der Hand des Zahnarztes liegen. Die derzeitige epidemiologische Situation der Diabetes-Erkrankungen in Deutschland mit sechs Millionen Erkrankten war für Prof. Dr. M. M. Weber (Mainz) Anlass, die Hintergründe und ätiologischen Faktoren der Diabetes-Erkrankung darzustellen. Besonders problematisch erschien dabei eine Kombination aus Fehlernährungen und Bewegungsmangel. Ein Viertel der deutschen Gesundheitskosten entfalle derzeit auf die Behandlung von Diabetes und seiner Folgeerkrankungen. Besondere präventive Anstrengungen forderte Prof. Dr. Dr. W. Wagner (Mainz) für Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, deren komplexe und langwierige Therapie intensive Betreuung notwendig mache. Er stellte mit der LAHSHAL-Dokumentation die aktuell gültige internationale Nomenklatur vor und verwies auf das erfolgreiche Mainzer Behandlungskonzept. Dieses beinhaltete z.B. den Ersatz der häufig bei diesen Kindern fehlenden seitlichen Schneidezähne durch Implantate in Verbindung mit einer Osteoplastik. Prof. Dr. Dr. H. Wehrbein (Mainz) erörterte das Indikationsspektrum kieferorthopädischer Frühbehandlungen und ging dabei auf die besondere Situation von Kindern mit Allgemeinerkrankungen ein, die eine interdisziplinäre Herausforderung an die moderne Medizin darstellten. Besonders funktionell ausgerichtete kieferorthopädische Therapien könnten auch bei Kindern mit schwerwiegenden Fehlbildungen das Kieferwachstum und die Zahnstellung günstig beeinflussen. Die wissenschaftlichen Kurzvorträge zum zweiten Hauptthema der Tagung beschäftigten sich u. a. mit der besonderen Problematik der Mundgesundheit krebskranker Kinder und dem Vorkommen von Zahnbetterkrankungen. Quelle: zahn-online |
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| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 24. Juni 2008 ) |
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zum Implantologie-Forum für Ärzte/ZahnärzteRe:Zweiteingriff nach fehlgeschlagenem Sinuslift?
09.05.12, 09:46 von Borrmann
Ich würde jetzt auf Nummer "sicher" gehen. Als aller erstes AUFKLÄREN und DOKUMENTIEREN!! 1. Impl (weiter...)
Zweiteingriff nach fehlgeschlagenem Sinuslift?
08.05.12, 18:45 von ubauer
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Anfang März berichtete ich von einer Impl.-Lockerung nach ext. (weiter...)
Re:Implantatsystem unbekannt -> Türkei
27.04.12, 15:55 von ZA Albrecht
Moin. Ohne unfreundlich klingen zu wollen - das wusste ich auch schon. Vielleicht frage ich (weiter...)
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