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Der richtige Zeitpunkt - Sofortimplantation oder Spätimplantation
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Wenn eine Zahnentfernung planbar ist, dann stellt man sich als Behandler und Patient die Frage nach dem besten Zeitpunkt für die Implantation. Für den Einbringzeitpunkt von Implantaten gibt es dabei grundsätzlich 3 verschiedene Konzepte:

  1. die , in gleicher Sitzung mit der Zahnentfernung,
  2. die , vor knöcherner Ausheilung des Zahnfachs (einige Tage bis wenige Wochen nach Zahnentfernung) und
  3. die , nach knöcherner Ausheilung des Zahnfachs.

Der optimale Zeitpunkt für die Implantation ist dabei nach anatomischen, chirurgischen und prothetischen Aspekten zu wählen, wobei von Patient und Behandler gesetzte Zeitfenster nach Risikoabwägung entscheidenden Einfluss nehmen können. Einen generell optimalen Zeitpunkt gibt es hiernach nicht, allerdings eine Leitlinie, die sich auf die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse stützen kann.  

Die Sofortimplantation

Bei der Sofortimplantation erfolgt das das Einbringen des Implantats in der gleichen Sitzung mit der Zahnentfernung. Sie ist ein rein chirurgisches Konzept. Als prothetische Varianten danach sind die unbelastete Einheilung (klassisches Vorgehen) oder die (evtl sogar mit ) möglich.

Voraussetzungen 
  • eindeutige anatomisch-prothetische Position (i.d.R. einwurzeliger Zahn)
  • entzündungsfreies Zahnfach (Alveole)
  • keine wesentlichen Knochendefekte
  • fortgeschrittene implantologische Fähigkeiten des Behandlers
Vorteile: 
  • verkürzte Behandlungsdauer
  • reduziertes Operationstrauma
  • reduzierter Behandlungsstress für den Patienten
  • Vorbeugung vor Knochenabbau (wird diskutiert)
Nachteile:
  • erhöhtes Risiko des Implantatverlustes (Restentzündung?)
  • erschwertes Handling
  • Knochenaufbau durch geringes Weichgewebeangebot (zur Deckung) erschwert
implantate.com-Fazit:

Häufig begegnet man mittlerweile groß aufgemachter Werbung von implantologischen Kliniken und Praxen, bei der es nur um das Thema "Sofort" geht. Computerplanung, , oder sind hier die Schlagworte. Solche Versprechen ohne genaue Kenntnis der Patientenvoraussetzungen sind als unseriös einzustufen. In der Hand des erfahrenen Implantologen allerdings -und unter den richtigen Voraussetzungen- stellt die Sofortimplantation ein erfolgreiches Konzept dar, um vor allem einwurzelige Zähne zu ersetzen. Neuere Untersuchungen haben allerdings keinen sicheren Beleg für Knochenerhalt und bessere ästhetische Ergebnisse gegenüber der Spätimplantation ergeben. So dass hier eine sehr genaues Abwägen anzuraten ist, Wenn das Risiko einer Entzündung besteht, dürfte es auf jeden Fall besser sein, auf ein 2-schrittiges Verfahren, wie die verzögerte Sofortimplantation oder sogar Spätimplantation auszuweichen.
Eine schon einige Tage vor dem Eingriff beginnende Antibiotkaprophylaxe dürfte bei der Sofortimplantation noch zusätzlich Sicherheit bringen.

Die Spätimplantation

Die Spätimplantation ist das klassische Verfahren der Implantateinbringung in einen knöchern vollständig durchbauten Kieferabschnitt. Eine solche knöcherne Ausheilung kann nach Zahnentfernung je nach Defektgröße und Alter des Patienten zwischen 6 Wochen und einigen Monaten liegen.
Die Spätimplantation ist eine chirurgische Strategie. Als Zahnersatzoptionen kommen sowohl die unbelastete Einheilung der Implantate (klassisches Konzept) als auch die (evtl. mit ) infrage.

Vorteile:
  • Risiko einer Restentzündung minimal
  • sicheres Knochenangebot
  • geschlossene Zahnfleischdecke erleichtert Knochenaufbaumaßnahmen
  • exaktere Planung des Eingriffs möglich
Nachteile:
  • verlängerte Behandlungsdauer
  • mit Atrophie hat stattgefunden
implantate.com-Fazit:

Trotz jeder Diskussion um den bestmöglichen Zeitpunkt der Implantation wird dieses Vorgehen das Standardverfahren bleiben, da Zahnverluste selten mit der optimalen Implantatbehandlungsplanung einhergehen.
Im ästhetisch sensiblen Frontzahnbereich kann man der Spätimplantation nur wenige Vorteile abgewinnen. Hier sollte man Implantate besonders zügig (Sofortimplantation, verzögerte Sofortimplantation) einbringen oder andere Maßnahmen zum Knochenerhalt einleiten ( ).
Bei genügendem Knochenangebot oder nach Entfernung mehrwurzeliger Zähne dürfte es aber umsichtiger sein, auf "hippe" Schnelligkeit zu verzichten und der klassischen Spätimplantation den Vorzug zu geben.

Die verzögere Sofortimplantation

Bei der verzögerten Sofortimplantation wird das Implantat nicht in gleicher Sitzung mit der Zahnentfernung ( ), aber vor knöcherner Heilung des Zahnfachs eingebracht. Beim diesem Vorgehen kann man noch zwischen dem Einbringen des Implantats vor Weichgewebsheilung (Zahnflieisch hat sich über der Wunde noch nicht geschlossen) oder danach unterscheiden. Je nach Zeitfenster zwischen Entfernung des Zahns und Einbringen des Implantats sind die Vor- und Nachteile des verzögerten Einbringens eher mit denen der Sofortimplantation oder denen der Spätimplantation zu vergleichen.

implantate.com-Fazit:

Mit der verzögerten Sofortimplantation hat der Behandler die Möglichkeit, knochenerhaltend zu implantieren, einen schnellen Versorgungszeitraum anzubieten und doch die Risiken einer Entzündung zu minimieren. Als Vorbeugung gegen ein schnelles atrophisches sollte möglichst innerhalb der ersten 10 Tage implantiert werden. Wenn ein Knochenaufbau notwendig sein sollte, ist ein Abwarten bis zur Weichteildeckung sinnvoll.

Literatur:
Esposito MA, Koukoulopoulou A, Coulthard P, Worthington HV, inzelzahnersatz: Sofortimplantate im Vergleich zu verzögerten Sofortimplantaten und Spätimplantaten, Cochrane Database Syst Rev. 2006 Oct 18;(4):CD005968
Esposito M, Grusovin M, Martinis E, Coulthard P, Worthington H., Methoden zum Ersatz fehlender Zähne: einzeitige gegen zweizeitige Implantateinbringung, Cochrane Database Syst Rev. 2007 Jul 18;(3):CD006698
Esposito M, Grusovin MG, Willings M, Coulthard P, Worthington HV, Die Auswirkung einer sofortigen, frühen und konventionellen Belastung von Zahnimplantaten. Eine systematische Cochrane-Übersicht randomisierter, kontrollierter, klinischer Studien.. Int J Oral Maxillofac Implants. 2007 Nov-Dec;22(6):893-904
De Rouck T, Collys K, Cosyn J.,  Single-tooth replacement in the anterior maxilla by means of immediate implantation and provisionalization: a review,  Int J Oral Maxillofac Implants. 2008 Sep-Oct;23(5):897-904
Bhola M, Neely AL, Kolhatkar S.,  Immediate implant placement: clinical decisions, advantages, and disadvantages, J Prosthodont. 2008 Oct;17(7):576-81.

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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 6. November 2012 )
 
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man beim Fehlen der hinteren Zähne einer Zahnreihe von einer Freiend-Situation spricht? Da nach hinten hin keine eigene Zähne vorhanden sind, ist auch ein fester Zahnersatz durch eine Brücke nicht mehr möglich. Hier besteht allerdings durch den Einsatz von Implantaten die Möglichkeit, eine herausnehmbare Prothese zu vermeiden und auf festen Zähnen zu beissen. Mehr im Kapitel Zahnersatz-Alternatven.

 
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