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Das Provisorium
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Bis zur festen Einheilung der Implantate ist in den meisten Fällen ein notwendig, das eine ausreichende Kaufunktion und Ästhetik für die Übergangszeit sicherstellt. Dieses kann und soll auch das einheilende vor schädlicher Überlastung schützen. Hierfür stehen je nach Ausgangssituation verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl:

Provisorien bei Zahnlücken

  • Einfache Klammerprothese mit Kunststoffbasis (geringer Tragekomfort)
  • Klammerprothese mit Stahlbasis
  • Provisorische (wenn Nachbarzähne überkronungsbedürftig sind)
  • Klebebrücke (Marylandbrücke)
  • Sofortversorgung der Implantate
  • Provisorische Implantate

Einfache Klammerprothese
Ein herausnehmbarer Zahnersatz mit einer dem Zahnfleisch aufliegenden Kunststoffbasis und einfachen Drahtklammern. Diese Lösung hat die gesetzliche Krankenkasse bei der Bezuschussung einer Übergangslösung im Sinn.
Vorteile: geringe Kosten, leicht korrigierbar, unterfütterbar.
Nachteile: geringer Tragekomfort, da relativ viel Zahnfleisch/Gaumen bedeckt wird und der Klammerhalt nicht optimal ist. Dadurch Einschränkungen der Kaufunktion und des Sprechens möglich. Bei Klammern im Sichtbereich: ästhetisch problematisch.

Mittlerweile gibt es aber auch herausnehmbaren provisorische  Zahnersatz auf Nylon-Basis (z.B. Sunflex®). Dieser ist schlanker, leichter,  flexibel und mit zahnfleischfarbenen Klammern zur Verankerung an der Restbezahnung. Tragekomfort und Ästhetik sind damit deutlich verbessert. Nachteile: zentrale Fertigung (Wartezeit), etwas höhere Kosten und fehlende Erweiterbarkeit.


Klammerprothese mit Stahlbasis (Modellgußprothese)  
Modellguss_300
Modellguß-Prothese

 Dieser herausnehmbare Zahnersatz hat im Gegensatz zur einfachenKlammerprothese statt einer Kunstsstoffbasis ein Stahlgerüst. Auch dieKlammern sind stabiler und exakter gefertigt. Gegenüber der einfacherenLösungen ergibt sich durch die schlankere Konstruktion ein bessererTragekomfort und ein festerer Sitz. Die Modellgußprothese gehört nachden Kassenbestimmungen schon zu den definitiven Zahnersatzformen. Beider Beantragung/Abrechnung sollte dies bedacht werden. Vorteile: relativ stabiler Sitz, leicht korrigierbar, unterfütterbar.

Nachteile: Tragekomfort eingeschränkt, Kaufunktion nichtoptimal, Sprechen je nach Ausdehnung und Lage u. U. beeinträchtigt. BeiKlammern im Sichtbereich: ästhetische Probleme.

Provisorische Brücke (wenn Nachbarzähne überkronungsbedürftig sind)
Fest eingesetzte aus Kunststoff oder metallverstärkt, direkt in der Praxis hergestellt oder laborgefertigt.
Vorteile: fest sitzend. Ästhetisch-funktionell je nach Fertigungsqualität befriedigend bis sehr gut.
Nachteile: bei stabiler und ästhetisch guter Fertigung kostenintensiv. Bei direkter Fertigung in der Praxis: geringere Stabiltät, bruchgefährdet. Bei langer Liegedauer: Kariesgefahr.
Bemerkung: wenn die Nachbarzähne überkront werden, wäre auch eine endgültige (statt Implantat(en)) zu diskutieren.


Klebebrücke (Adhäsivbrücke, Marylandbrücke)
Klebebruecke
 Klebebrücke (Marylandbrücke)
Es handelt sich hierbei um ein laborgefertigtes Brückenglied mit "Flügeln" zum Ankleben an die Nachbarzähne.
Vorteile: fest sitzend. Ästhetisch-funktionell je nach Fertigungsqualität gut bis sehr gut.
Nachteile: kostenintensiv. Aufgrund des nicht so grossen Klebehalts ist die Adhäsivbrücke hauptsächlich für den nicht Kaulast-tragenden Frontzahnbereich geeignet.



Direktversorgung des Implantats/der Implantate
Unter bestimmten Voraussetzung ist es möglich, ein eingebrachtes direkt mit einer (provisorischen) zu versorgen (siehe , ).
Vorteile: sofortige, festsitzende Versorgung. Ästhetisch-funktionell je nach Fertigungsqualität befriedigend bis sehr gut. Kosten gegenüber einer einfachen Klammerprothese u.U. sogar geringer.
Nachteile: erhöhtes Risiko der Implantatüberlastung in der Einheilphase, Implantatverlust.


Provisorische Implantate
Wenn bei einer größeren Lücke genügend Knochenangebot zwischen den eingebrachten Implantaten vorhanden ist, können dort Kurzzeitimplantate ( , prov. Implantate) verankert werden, die eine provisorische während der Einheilzeit der "richtigen" Implantate tragen. Die provisorischen Implantate werden zur Fertigung der definitiven Versorgung wieder entfernt (unproblematisch), manchmal haben sich diese aufgrund der Belastung bereits gelockert.
Vorteile: sofortige, festsitzende Versorgung. Ästhetisch-funktionell je nach Fertigungsqualität befriedigend bis sehr gut. Sicherer Schutz der endgültigen Implantate vor Belastung.
Nachteile: kostenintensivere Lösung. Unterstützung selbst durch private KV nicht sicher. Frühzeitiger Verlust der Mini-Implantate möglich.

Bei Lücken im nicht sichtbaren Bereich kann auf ein übrigens auch verzichtet werden.


Provisorien bei Zahnlosigkeit

  • Vollprothese
  • Sofortversorgung der Implantate
  • Provisorische Implantate

Vollprothese
Bei Zahnlosigkeit kann entweder eine Vollprothese für den Übergang neu gefertigt werden, oder die alte durch Hohlschleifen und (zunächst weichbleibend) angepasst werden. Fast immer muss dann "geklebt" werden.
Vorteile: bei Verwendung der alten preisgünstig.
Nachteile: schlechter Prothesenhalt vorprogrammiert. Insbesondere in der frühen postoperativen Phase (Schwellung!) ist kaum eine sichere Verankerung möglich.


Direktversorgung des Implantats/der Implantate

Unter bestimmten Voraussetzung ist es möglich, die eingebrachten Implantate direkt mit einem (provisorischen oder endgültigen) Zahnersatz zu versorgen (siehe , ). Zur Fixation einer dienen dann Kugelkopfanker, ,  Stegkonstruktion oder sogar ein festsitzender Zahnersatz als Direktversorgung ist möglich.

Vorteile: sofortige, festsitzende Versorgung. Ästhetisch-funktionell je nach Fertigungsqualität befriedigend bis sehr gut. Kosten gegenüber einer einfachen Klammerprothese u.U. sogar geringer.
Nachteile: erhöhtes Risiko der Implantatüberlastung in der Einheilphase, Implantatverlust.

Provisorische Implantate

Wenn genügend Knochenangebot zwischen den eingebrachten Implantaten vorhanden ist, können dort Kurzzeitimplantate (Interimsimplantate, prov. Implantate) verankert werden, die eine (oder auch feste Brücke) während der Enheilzeit der "richtigen" Implantate verankern. Kurzzeitimplantate haben meist einen Kugelkopf, dessen korrespondierendes Halteelement in die eingearbeitet wird. Die provisorischen Implantate werden zur Fertigung der definitiven Versorgung wieder entfernt (unproblematisch), manchmal haben sich diese aufgrund der Belastung bereits gelockert. Gegenüber privaten Versicherungen kann seit der neuen Gebührenordnung für Zahnärtze (GOZ) 2012 die Behandlung mit provisorischen Implantaten übrigens mit der Pos. 9020 in Ansatz gebracht werden.

Vorteile: sofortige, festsitzende Versorgung. Ästhetisch-funktionell je nach Fertigungsqualität befriedigend bis sehr gut. Sicherer Schutz der endgültigen Implantate vor Belastung.
Nachteile: kostenintensivere Lösung. Frühzeitiger Verlust der Interims-Implantate möglich.

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Literatur:
Freesmeyer , W.B., Klinische Prothetik, 2 Bde., Bd.2, Herausnehmbarer Zahnersatz und Gewebeersatz (Epithetik), Karl F. Haug Fachbuchverlag (1999)
Bernd Koeck und Wilfried Wagner, Praxis der Zahnheilkunde - Implantologie, Elsevier, München  2005
Lindhe,J., Lang, N.P. und Karring, T.; Clinical Periodontology and Implant Dentistry, John Wiley & Sons 2008
Jokstad,A.,  Osseointegration and Dental Implants, John Wiley & Sons 2009
Flanagan D, Mascolo A, Flanagan D, Flanagan D,  The mini dental implant in fixed and removable prosthetics: a review, J Oral Implantol. 2010 Jun 16
Koeck B., T: Praxis der Zahnheilkunde Band 6, Teilprohesen, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Elsevier, München (2010)


Letzte Aktualisierung ( Samstag, 24. November 2012 )
 
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die eigentliche Implantation typischerweise kaum Schmerzen nach sich zieht, da die geschaffene Knochenwunde ja direkt mit dem gewebefreundlichen Implantat wieder versiegelt wird, quasi wie ein Pflaster? Allerdings sind Knochenentnahmestellen (für einen Knochenaufbau) in der Regel für ein paar Tage durchaus schmerzend. Mehr unter  Nach der Implantation: Schmerzen?
 
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