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Curriculum Implantatprothetik und Zahntechnik: Im Team zum Erfolg
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Binnen zwei Wochen haben die Teilnehmer der ersten beiden Kursserien des neuen DGI-APW-Curriculums Implantatprothetik und Zahntechnik am 21. Februar und am 7. März 2009 nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung ihr Zertifikat erhalten. ZTM Hans-Jürgen Stecher, Wiedergeltingen, machte den Absolventen Mut: „Bis zum Jahr 2020 wird der Behandlungsbedarf – trotz aller Erfolge der Prävention – nicht sinken.“ Angesichts der demographischen Entwicklung werde vielmehr die Zahl komplexer Versorgungen zunehmen.
 Das Interesse war von Anfang an groß: Als DGI-Fortbildungsreferent Dr. Gerhard Iglhaut das neue Curriculum Implantatprothetik und Zahntechnik – die wissenschaftsbasierte und praxisorientierte Fortbildung für das Team aus Zahnarzt und Zahntechniker – Anfang 2008 auf den Weg gebracht hatte, waren die ersten Kursserien schnell ausgebucht. Inzwischen ist die 5. Kursserie angelaufen, in der 6. Serie, die im Juni dieses Jahres startet, sind nur noch wenige Plätze frei. „Hartnäckigkeit und Antrengung bei der Etablierung dieses Curriculums haben sich gelohnt“, freut sich  Iglhaut.

Am 21. Februar und am 7. März gingen nun in München die ersten beiden Kursserien zu Ende. Verknüpft damit ist das 6. und letzte Modul. In diesem steht die Praxis der Zahntechnik im Mittelpunkt. Die Referenten, ZTM Udo Buhr aus München, ZTM Andreas Kimmel aus Koblenz und ZTM Hans-Jürgen Stecher aus Wiedergeltingen servierten den Teilnehmern nochmals ein strammes Programm.

 Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Unter diesem Titel ging es beispielsweise um die Planung der Versorgung durch den Zahntechniker. Hierzu steht inzwischen eine Fülle von Computerprogrammen zur Verfügung, die ZTM Andreas Kimmel in einer Übersicht präsentierte. „Die Software kann zwar schöne Bilder malen“, warnte er, „doch die Planung setzt Fachkompetenz voraus, der Zahntechniker muss sich in Anatomie auskennen“. Eine genaue Planung ermöglicht beispielsweise nicht nur die Erstellung eines sehr exakten Kostenplans, sondern vor allem eine prothetisch orientierte chirurgische Planung – „backward planning“ – und gibt zusätzlich Rechtssicherheit.

 Behandlungsbedarf wird nicht sinken. ZTM Hans-Jürgen Stecher präsentierte einen Parforce-Ritt zum Thema „Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität“. Seine Botschaft: „Wir werden uns auf neue Materialien und Technologien einstellen müssen.“ Diese Herausforderungen gelte es anzunehmen. Stecher machte den Teilnehmern Mut: „Es wird keine wesentliche Senkung des Behandlungsbedarfes geben“, sagt er, „dies zeigen zahlreiche Untersuchungen.“ Vielmehr würden aufgrund der demographischen Entwicklung der Gesellschaft komplexe Versorgungsfälle eher zunehmen. Ebenso zeigen Untersuchungen, dass sich der Anspruch der Patienten in den letzten Jahren verändert hat: „Die Zahl der Patienten steigt, die eine festsitzende Versorgung wünschen“, so Stecher.

Trotz globaler Wirtschafts- und Bankenkrise blickt der Referent optimistisch in die Zukunft: Die Kosten einer Versorgung sind zwar wichtig, aber sie stehen nicht auf Platz eins, wenn man Senioren fragt, was ihnen beim Zahnersatz wichtig sind. Rund 85 Prozent legen Wert auf eine gute und langlebige Qualität, 82 Prozent ist die gute Funktion beim Essen und Kauen wichtig. Die Hälfte legt vor allem Wert auf die Ästhetik. Demgegenüber spielen Kosten nur bei einem Drittel der Befragten eine wichtige Rolle.
 
Hoch ist auch die Zuzahlungsbereitschaft wie Stecher ausführte: 68 Prozent der 65 bis 74-Jährigen seien bereit, 3000 Euro für die Wiederherstellung eines schönen Lächelns auszugeben.

 Besser und effizienter durch gute Kommunikation. Referenten und Teilnehmer, Zahnärzte und Zahntechniker, waren sich in einem Punkt einig: Die Kommunikation zwischen den beiden Berufsgruppen des Teams ist von entscheidender Wichtigkeit für den Erfolg. Die gemeinsame Fortbildung erleichtert dies – und sie dient der Qualitätssicherung. Darum sind vor allem jene Teilnehmer besonders zufrieden, die als Team das Curriculum absolvieren. „Wir sprechen die selbe Sprache und können so schneller und erfolgreicher arbeiten“, sagen etwa ZTM Gerrit Ehlert und Dr. Dirk Mankow. Gut eingespielte Teams können also noch besser und effizienter werden. Dies hat auch mit der gegenseitigen Wertschätzung und Achtung zu tun, wenn das Curriculum den beiden Berufsgruppen jeweils den Blick in den anderen Garten eröffnet.

„Wir haben hier viel gelernt“, sagt die Oralchirurgin Sylvia Vanderborght aus Fürth, die zur erste Studiengruppe gehörte. Wichtig sei auch die Diskussion in der Gruppe, der kollegiale Austausch und vor allem die Offenheit auch über Probleme zu sprechen. Vanderborght : „Dies wurde von Treffen zu Treffen intensiver.“ ZTM Oliver Fackler aus Viernheim hat, wie er sagt, sehr intensiv vom kollegialen Austausch profitiert: „Es gibt wenig Plattformen, wo dieses möglich ist.“

Dies bestätigen im Gespräch alle Absolventen des Curriculums. Man lernt nicht nur von den Referenten, sondern auch voneinander. „Es ist interessant zu sehen“, erklärt Dr. Antonis Alexakis aus Riel-Worblingen, „wie die Kollegen ein Problem angehen. So erhält man auch Informationen, wo man selbst steht.“

Zahnarzt Dr. Gerhard Pfeiffer aus Ludwigshafen wird noch besser dokumentieren, noch klarer formulieren und die Mitarbeiter noch besser schulen, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Dies hat er im Currlculum gelernt.

 Das DGI-Curriculum ist ein Treffpunkt der kreativen Köpfe, denen ihre berufliche Weiterentwicklung wichtig ist. Und so mancher berichtet auch über vorbildliche Initiativen, wie Frank Löring aus Witten. Der Zahntechniker hat eine speziell geschulte Zahnarzt-Helferin eingestellt, die – wenn dieses gewünscht wird – das Team der Praxen unterstützt, mit denen Löring zusammenarbeitet. „Die Beraterin geht in die Praxen und schult das Team“, sagt Löring. „Wenn es gewünscht wird, ist diese Mitarbeiterin auch in der Lage, Patienten über die verschiedenen, insbesondere implantatprothetischen Versorgungsformen kompetent zu beraten.“ Und nicht ohne Stolz fügt Löring hinzu: „Das Angebot ist bei den Praxen auf großes Interesse gestoßen.“

Auch die Dozenten sind am Ende des Curriculums zufrieden. „Man merkt, dass die Botschaften ankommen“, freut sich Stecher. Und er wird eine wichtige Botschaft der Teilnehmer an die DGI übermitteln: Sie wollen weitermachen – gewünscht wird ein Continuum.

Dr. Peter Schneider und Thomas Pflug arbeiten bereits seit zehn Jahren zusammen. Peter Schneider operiert zwar viele Patienten, die ihm von Kollegen zugewiesen werden und die danach zur prothetischen Versorgung wieder zu ihrem Behandler zurückkehren.
Gleichwohl versorgt auch er vor allem besonders komplexe Fälle. „Im Curriculum ist mir noch mehr klar geworden, dass ich bei der chirurgischen Planung die prothetische Planung stärker berücksichtigen muss. Dies ist wichtig, um vorhersagbare Ergebnisse zu erhalten“, resümiert Schneider seine Erfahrungen. Doch das Curriculum hilft Schneider nicht nur, wenn er prothetisch arbeitet. „Ich kann mit meinen Zuweisern die anschließende Versorgung sehr viel besser diskutieren“, sagt er.
 
Für Thomas Pflug war es im Curriculum wichtig zu sehen, dass man richtig liege und Anregungen von den anderen Teilnehmern bekommt, eventuell die eine oder andere Sache zu ändern.

Die 3-D-Planung machen Schneider und Pflug gemeinsam. Wie kann das ästhetische Endergebnis aussehen? Pflug kommt auch in die Praxis um mit dem Patienten zu sprechen. „Dann gehe ich auch mal raus“, sagt Schneider. Auch in diesem Team ist die ohnehin bereits vorhandene hohe gegenseitige Wertschätzung und Achtung nochmals gewachsen. „Wir kennen keine Hierarchie“, sagt Schneider.
 

 
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