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Parodontitis (Parodontose): Zahnlockerung durch Knochenabbau
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Die weitaus häufigste Ursache für Zahnverlust im Erwachsenenalter ist die (Parodontose), die bakteriell-entzündliche Zerstörung des Zahnbetts. Die Parodontitis betrifft dabei nur in Ausnahmefällen einzelne Zähne, im Allgemeinen ist das gesamte Gebiss mehr oder weniger betroffen. Die Entscheidung, ob ein Zahn durch eine Parodontitistherapie ( ) erhalten werden kann oder entfernt werden muss, hängt von bestimmten Faktoren ab: 

Das Ausmass des Knochenabbaus

Spätestens bei einem Knochenbettverlust von mehr als 50% wird die Prognose ungünstig.

Behandelbarkeit

Mehrwurzelige Zähne sind schwieriger zu therapieren, da sich Bakterien in Schlupfwinkeln der Eliminierung entziehen können, insbesondere wenn der Knochen zwischen den Wurzeln befallen ist (Furkationsbefall).

Biologie des Patienten

Nicht alle Patienten sprechen gleich gut auf die Behandlung an. Wenn alle Massnahmen ergriffen wurden (austherapiert) und die Parodontitis trotzdem weiter fortschreitet, kann die Zahnentfernung den Knochenabbau noch rechtzeitig stoppen, um ein ausreichendes Knochenlager für eine Implantatbehandlung zu halten.

Strategische Planung für Zahnersatz

Ein Zahn mit Knochenabbau (vorausgesetzt, die Parodontiis ist gestoppt) kann für sich alleine durchaus noch lange funktionieren und belassen werden. Ihn in die Planung für festen Zahnersatz (eine Brücke) mit einzubeziehen ist dagegen riskant, ihn in einen herausnehmbaren (flexiblen) Zahnersatz zu intergrieren oftmals möglich. Siehe hierzu auch prothetische Gründe für das Zahnziehen.

 

Knochenabbau am Zahn 26. Distale (hintere) Wurzel ohne Knochenhalt: Zahn nicht zu erhalten
Knochenabbau am Zahn 26. Distale (hintere) Wurzel ohne Knochenhalt: Zahn nicht zu erhalten
Massiver Knochenabbau der Zähne 35,36 durch Parodontitis. Zähne müssen raus.
Massiver Knochenabbau der Zähne 35,36 durch Parodontitis. Zähne müssen raus.
Fast vollständige Zerstörung des Zahnbetts am Zahn 14. Extraktion unumgänglich.
Fast vollständige Zerstörung des Zahnbetts am Zahn 14. Extraktion unumgänglich.
Kariös zerstörter Zahn 12, parodontal zerstörte mittlere Schneidezähne (11,21)
Kariös zerstörter Zahn 12, parodontal zerstörte mittlere Schneidezähne (11,21)
 

Bedeutung für eine evtl. Implantatversorgung:

Implantate sind bei dieser Situation grundsätzlich möglich, da in der Regel keine tieferen Knochenetzündungen vorliegen. Knochenabbau kann die Implantatversorgung erschweren. Siehe auch Implantate und Parodontitis .
  • Sofortimplantation: bei akuten, ausgeprägten Entzündungen wohl nur unter Antibiotikatherapie mit kalkulierbarem Risiko durchzuführen. Im entzündungsfreien Intervall durchaus gute Option.
  • verzögerte Sofortimplantation: möglich.
  • Spätimplantation: sicherster Weg, weiterer Knochenverlust und verlängerte Behandlungszeit sind zu akzeptieren.


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Letzte Aktualisierung ( Montag, 23. Januar 2012 )
 

 

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Wußten Sie schon, dass...

die häufigsten Ursachen des Zahnverlust bei jugendlichen- und jungen Erwachsenen Karies und Unfälle sind? Ab dem 35-40. Lebensjahr aber die Parodontitis (Parodontose) für die meisten Zahnverluste verantwortlich zu machen ist.
 
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