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Akute und chronische Zahnschmerzen
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Akute Zahnschmerzen

Als häufigsten ist eine Karies ("Loch im Zahn") die Ursache für akute Zahnschmerzen. Für leichte Beschwerden (insbesondere aus süß und kalt) kann eine Reizung des Zahnnerven (Pulpa) sorgen. Schwerste Schmerzen werden durch eine irreversiblen Nerventzündung (Pulpitis) hervorgerufen, die auf Schmerztabletten oftmals kaum mehr anspricht. Zahnerhalt und Schmerzfreiheit ist dann nur durch eine Wurzelbehandlung zu erzielen.  Eine Antibiotikatherapie kann wenn überhaupt nur kurzfristig die Entzündung unterdrücken.
Auch bei einem bereits abgestorbenen Zahn kann eine Entzündung an der Wurzelspitze für starke Schmerzen (Aufbiß, Druck) sorgen, beim Fortschreiten dieser kann es sogar zu einer Vereiterung des Kiefers (z.B. submuköser Abszeß) kommen. Eine Antibiotikaeinnahme kann im Notfall durchaus sinnvoll sein und die akute Phase der Entzündung therapieren. Letztendlich ist für den dauerhaften Zahnerhalt aber eine korrekte Wurzelbehandlung unumgänglich. 
Die dagegen erzeugt nur in sehr akuten Phasen und im Rahmen von Vereiterungen (Parodontalabszeß) relevante Schmerzen.
Andere akute Zahnschmerzsituationen z.B. bei Zahnfrakturen oder Überlastungen (Früh- bzw. Vorkontakte) lassen sich letztendlich auf eine Nervreizung bzw. Pulpitis zurückführen.

Zahnschmerzen alleine sollten eigentlich keinen Grund für eine Zahnentfernung, darstellen, da die Ursachen (Karies , Pulpitis, Parodontitis oder Wurzelentzündung ) sich zahnmedizinisch therapieren lassen. Trotzdem werden Zähne aus Schmerzgründen (nicht nur im Notdienst) oftmals entfernt, weil die therapeutischen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft werden bzw. die Geduld hierzu nicht aufgebracht wird. In einigen Fällen kann aber selbst bei korrekter Therapie eine Schmerzfreiheit nicht erzielt werden. Wenn hier über zu lange Zeit erfolglos gewirkt wurde, erschöpft sich die Bereitschaft von Patient und Behandler weiter zu machen, und der Griff zur Zange ist die letzte Konsequenz.

Chronische Zahnschmerzen

Chronische (dauerhafte) oder rezidivierende (wiederkehrende) Zahnschmerzen können durch eine Pulpareizung (Vorstufe der Zahnnerventzündung=Pulpits) ausgelöst werden. Diese wird meist von einer Überempfindlichkeit gegenüber Kälte und Aufbissempfindlichkeit begleitet. Ursächlich kommen Karies, vorausgegangene Füllungstherapien oder Beschleifen der Zähne zur Überkronung infrage. Auch eine chronische Überlastung eines Zahns kann ursächlich sein. Eine Pulpareizung kann zwar abklingen, oftmals geht sie aber in eine mehr oder weniger intensive Pulpitis über. Sie kann durch eine Wurzelbehandlung (endondontische Therapie) erfolgreich behandelt werden.
Chronische Zahnschmerzen können auch auf eine schwelende Entzündung eines abgestorbenen Zahnes hinweisen (apikale Ostitis). Siehe hierzu das Kapitel über endodontische Ursachen für Zahnverlust

Nicht-dentale Ursachen für Zahnschmerzen

Schmerzen an Zähnen können auch Ursachen, die nicht mit den Zähnen selbst im Zusammenhang stehen. Typisch sind hier Schmerzen bei grippalen Infekten  "Kopfgrippe",  insbesondere der Oberkieferseitenzähne bei Infekten der Kieferhöhle (enge Lagebeziehung zwischen den Wurzelspitzen und dem Kieferhöhlenboden). Hier läuft man durchaus Gefahr, dass ein Zahn unnötigerweise therapiert, im schlimmsten Falle sogar entfernt wird.
Auch Herpes-simplex-Episoden können Schmerzen im angrenzenden Zahnbereich auslösen, genauso wie ein Herpes Zoster (Gürtelrose) des Kiefer-Gesichtsbereichs.

 Cave: Bei der sogenannten Trigeminus-Neuralgie (Tic douloureux), einer einseitigen Erkrankung des 5. Hirnnerven, kommt es zu heftigsten Schmerzattacken im Kieferbereich, die sich typischerweise in Zähne projizieren. Dies führt die betroffenen Patienten meist zu einem Zahnarzt, der aufgrund der starken Schmerzen dann möglicherweise dem Drängen des Patienten nachgibt, den schuldig geglaubten Zahn zu entfernen. Das Ziehen des Zahnes bringt aber natürlich keine Linderung der neurologischen Erkrankung, was die Betroffenen dann erneut in die Zahnarztpraxis führt, um sich diesmal den "richtigen" Zahn entfernen zu lassen. Als Folge bleibt nicht selten eine komplett zahnfreie Unterkieferseite.

Weitergehende Infos zum Thema Zahn-Kiefer-Gesichtsschmerz finden Sie auf zahnfilm.de.

Bedeutung für eine evtl. Implantatversorgung:

Implantate sind bei dieser Situation grundsätzlich möglich, aber die Schmerzursache sollte sicher geklärt und therapiert sein, bevor eine Implantatversorgung erfolgt.
  • : bei chronischer Schmerzsituation nicht zu empfehlen (s.o.)
  • : möglich
  • : sicherster Weg, um Erkrankungen auszuschliessen.
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 10. August 2011 )
 

 

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Wußten Sie schon, dass...

wenn die  Mehrzahl der bleibenden Zähne genetisch bedingt nicht vorhanden sind, man von einer generellen Nichtanlage spricht und selbst die gesetzlichen Krankenkassen dann die Kosten einer Implantatbehandlung übernehmen müssen?
 
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